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Tourenbericht der Pyrenäen Wanderung/ Trekking Tour 2017
-- Trekking n den hohen Pyrenäen- auf dem HRP - mit den schwierigen Etappen --
  1. Etappe (2015) 2. Etappe (2015)            
Anreise
(2017)
1. Etappe    2. Etappe 3. Etappe 4.Etappe 5.Etappe 6.Etappe 7. Etappe 8.Etappe
Fotos 9. Etappe 10.Etappe 11.Etappe 12.Etappe 13.Etappe 14.Etappe 15.Etappe Abreise

Einleitung:
Der Zug fährt am Rand der Pyrenäen entlang. Die ersten Berge kommen näher, weiß sind die Spitzen.  Ein wenig überrascht und gar nicht begeistert murmele ich in mich hinein " Mist, noch immer liegt der Schnee". Vor ein paar Tagen hat es schon geschneit und so wie es von hier aussieht- ist davon noch reichlich vorhanden. Ich spinne schon Ausweichrouten, sag mir aber dann, komm doch erst mal an und schau wie es dort oben ist.

Dieser Wintereinbruch hatte für zwei Israelische Wanderer schlimme folgen. Die beiden waren von der Refugio Amitges zur Refugi Ventosa i Calvell unterwegs, wurden von Schnee und Temperatursturz überrascht und verritten sich wohl. Drei Nächte übernachteten sie im Freien, bis sie von einem Hirten entdeckt wurden. Sie hatten nur Sommerkleidung mit und kannten die Gegend nicht. Der Mann starb an Unterkühlung , die Frau überlebte. Link zum Pressebericht

Dieses Jahr will ich die hohen und schwierigen HRP Etappen (die Haute Randonnée Pyrénéenne) nochmals gehen. Und die sind nur bei guten Bedingungen sicher Begehbar- auf mich warten: schlechte Markierung, ab und wegloses Gelände, oft Block- und Geröllpassagen, hohe und steile Pässe und jetzt im September- Einsamkeit, es werden nicht allzu viele Trekker auf dieser Route unterwegs sein. Es warten aber nicht nur Schwierigkeiten, oft sind die Pfade angenehm und vor allem es gibt wunderbare Aussichten.
Die Tour startet dann mit gutem Wetter und guten Bedingungen, vom Schnee ist auf dem Pfad nichts zu sehen.
zur Packliste 2017 ods       als PDF  (- evtl. rechtsklick- Speichern unter)

Die Route,
da Gavarnie mit dem Bus besser zu erreichen ist, beschreib ich die Strecke von Gavarnie aus, diese Etappen ging ich 2015. 2017 Beginnt mein Weg  knapp zwei km oberhalb des Dorfes Aragnouet. Vom Wanderparkplatz an der D 173 zweigt eine Piste in das Gela Tal ab. Von hier geht es zur (abgebrannten) Refuge de Barroude,  ab hier laufe ich auf dem HRP.
Ich halte mich an Route von Ton Joosten, gehe auch ein paar Varianten, die jedoch nah an der eigentlichen Route verlaufen.
Warum gehe ich Varianten, na ja-  um Asphalt und Pistenwege zu umgehen. 
Nach Heas muss man über Asphalt, die Etappe ab Parzan führt lange über eine öde ist langweilig , Salenques will ich schon lange gehen (und die Mulleres Etappe kenne ich ja schon)R Richtung Salardu muss der Wanderer wieder ein langes Stück über Asphalt, und zum Tuc de Marimanha war das Wetter zu schlecht.
Nicht alles klappte wie geplant (das liebe Wetter.... ). Und ab und zu habe ich mich einfach falsch entscheiden- aber hinterher ist das immer einfach zu sagen.
Die Etappenlänge und Übernachtungen wähle ich frei, ich laufe meist solange ich Lust habe. Schlafe mal im Zelt, mal in einer Cabane, auch in den bewirtschafteten Hütten und auch einmal im Hotel. Die Etappenpunkte in der Liste stimmen so nicht, sie sollen nur die Richtung angeben.

Etappen nach Ton Joosten: Meine Variante dazu:
- Gavernie- Heas Höhenweg zum Cirque de Troumouse
- Heas - Refuge de Barroude (abgebrannt!) - Parzan Über den Col de la Sede
- Parzan - Refugio de Viados Crete de Bataillence/ Rioumajou
  Rioumajou/ Puerto Madera
- Refugio de Viados - Refuge de la Soula Senal de Viados + Höhenweg
- Refuge de la Soula- Refuge du Portillon  
- Refuge du Portillon - Refuge de la Renclusa  
- Refuge de la Renclusa - Hospitau de Vielha (- Col de Mulleres) Coll/ Vall de Salenques
- Hospitau de Vielha - Refuge de la Restanca  
- Refuge de la Restanca - Salardu Pruedo/ Höhenweg
- Salardu - Alos de Isil Collada unterhalb des Tuc de Rosari
- Alos de Isil - Abri Enric Pujol (oder Refugio de Mont Roig)  
- Abri Enric Pujol - Refuge de Certascan  

Insgesamt waren es ca. 222 km Stecke
Höhenmeter- ca. 15.600 m bergauf m und ca. 16200 m bergab (laut GPS- Track Analyse) in 15. Etappen
Höhenprofil der Tour- klick-
 
Zu den Fotos der Tour
Als kleinere "Internet" Version"-  700pix Höhe
Bei Flickr - hohe Auflösung
2160x 1440pix -  die Panos bis zu  4000pix breit
Kartenansicht der Tour,
als topografische Karte oder Satellitenansicht
Mit Höhenprofil ,Zoom bis zum Erkennen von Wegspuren....
Bisschen Geduld- es dauert etwas bis die Daten geladen sind (je nach Geschw.... )
Die Tour als Track im GPX Format
(evtl. rechtsklick- speichern unter...)
 oder bei bei GPSies
Mit dem GPS - Tracklog  
kann die Tour mit Google Earth über Gipfel und durch Täler nachgeflogen werden.
-- als kmz Datei  --
Karten
Ich nutzte zur Planung- vor allem- die Topo Pirineos  (freie Karte fürs Garmin und PC)
dazu-  Google Earth
und als Papierkarten die Carte de Randonnees Rando Edition(1:50.000):
Nr. 23 Aneto - Posets und Nr. 22 Pic d' Estats
mehr zu Karten"
 
Anreise: 20.09.2017- Düsseldorf- Toulouse- Saint Lary Soulan- Wanderparkplatz

Diesmal mit dem Flugzeug, weil- ich dachte das der Nachtzug nach Toulouse nicht mehr fährt (- mehr dazu)

- Mit KLM im Flieger von Düsseldorf (6:20) nach Amsterdam und weiter nach Toulouse (10:45)
- Mit dem Bus zum Bahnhof (fährt alle 20 Minuten.... - Toulouse Matabiau)
- 12:45 weiter mit dem Zug nach Lannemezan und von dort mit dem Bus bis nach St. - Lary - Soulan (15:47)
- noch ein Stück mit dem Taxi- bis zum Wanderparkplatz

Ich hab nach dem landen nur zwei Stunden Zeit, ich muss den Zug um 12:45 erreichen- sonst schaffe ich es heute nicht bis nach Saint Lary Soulan und muss noch irgendwo übernachten. Am Flughafen ist mein Rucksack sehr schnell auf dem Band, der Shuttle Bus ist ebenso zügig gefunden. Am Bahnhof Toulouse Matabiau besorge ich mir erst mal die Zugahrkarte, alles klappt super ich habe noch gut Zeit.
So laufe ich dann in die Rue de Bayard (gegenüber vom Bahnhof), ein gutes Stück die Straße hinein und kaufe mir dort im Carrefore Supermarkt eine Flasche Spiritus. Diesmal koche ich ohne Gas, erstens weil das Gas nicht in den Flieger darf (Spiritus auch nicht) und ich will es einfach mal mit einem Spirituskocher probieren (klappt gut!). Ich habe Glück- die letzte Flasche Spiritus ist für mich. Bis jetzt hat alles gut hingehauen!
Doch macht mir die Anfahrt mit dem Nachtzug mehr freude- das Zugfahren ist entspannter als das Fliegen, nicht nur die  Schlangensteherei zu den Sicherheitskontrollen finde ich nervend.
In Lannemezan trinke ich gegenüber vom Bahnhofes im Hotel de la Gare einen Café, ich sitze dabei schön in der Sonne. Angekommen in Saint Lary Soulan gehe ich weiter einkaufen, ein großen Stück Käse und ein dickes Baguette landet im Rucksack. Dann suche ich mir ein Restaurant (vieles hat schon zu- es ist Nachsaison) , setze mich in die jetzt schon schwächer werden de Sonne, bestelle mir ein Bier und etwas zu Essen. Frage nach einem Taxi, da kann der Inhaber jedoch nicht helfen und verweist mich an das Office de Tourisme.
Die sind sehr Hilfsbereit und rufen für mich ein Taxi. 28 soll es kosten- zu Bezahlen in Bar- nicht per karte!
Um 18 Uhr
stehe ich dann am Einstieg zum Gela Tal.


Erst mal die zwei Etappen von Gavarnie aus-das  ist einfacher zu erreichen und empfiehlt sich daher als Start

1. Etappe- 14.06.2015- Gavarnie - Cabane de la Vierge (- HRP- die schönere Variante)

Kartenausschnitt                                         oben



Um 9 Uhr stehe ich vor der Gite Gypaete(ca. 1360m). Ich habe gut gefrühstückt, und rieche gut- mit frisch gewaschenem T- Shirt , Socken und Unterhose. Der Boden ist feucht, ein paar Wolken am Himmel, ein bisschen blau dazwischen- das wird ein schöner Tag. Ich folge so der "Hauptstraße" von Gavarnie, am Camping vorbei (dort auf die andere Bachseite wechseln). 500m weiter zeigt ein Schild den  Pfad zur Refuge de Espuguettes an- da muss ich als erstes Ziel hin. Ein einfacher Pfad der durch Wald stetig bergauf führt, und ab und  zu einen Blick ins Dorf zulässt und auch mal In den Cirque de Gavernie. Der Wald endet, große Wiesen beginnen. Schafe und Kühe grasen hier. Ich folge weiter den guten Pfaden, ab und zu steht ein Schild. Der Ausblick wird nun immer grandioser. An der Refuge de Espuguettes (2027 m)angekommen, bestelle ich mir erst mal einen Kaffee, und genieße dann den Blick.
 
Nach einer halben Sunde Pause bin ich wieder auf dem Pfad- Spuren sind gut zu sehen und das nächste Ziel - die Hourquette de Allans ebenso. Nochmal ein Blick zurück- der Cirque, der Taillon, sogar der Vignemale/ Pique-Longue ist zu sehen (in Wolken).  Um 13 Uhr ist der Pass erreicht (Hourquette de Allans 2430m), mit schönen Blick in den Cirque de Estaube
Nun geht es bergab. Bisschen aufpassen muss ich - nicht falsch abzuzweigen (Richtung Port Neuf de Pinede oder Refuge de Tuquerouye. siehe meine Tour 2009). Zuerst ist der Weg recht steil, so das die Füße etwas brennen, dann gemütlicher, ein schönes Gehen in der Flanke durch das wunderbare Tal, das nun immer schmaler wird.
Auf 1670 m höhe- über eine kl. Brücke die den Bach überquert. Grade aus geht es weiter zum Lac de Gloriettes und entlang  der Straße in das Heas Tal-  das ist die normale Route des HRP (von Ton Joosten). Und dann mehrere Kilometer über Asphalt führt - etwas langweilig und nicht wirklich schön. 
Ich gehe hier also über die Brücke- ich weiß nicht mehr ob hier ein schon Wegweiser steht, ein Stück weiter ist jedenfalls einer. Erst über klare Pfade, dann werden die Spuren weniger - bis sie kaum zu erkennen sind. Es geht Recht einfach bergauf über Wiesen- Steinmänner zeigen die Richtung. So auf 1920m höhe erreiche ich eine alte Piste, der ich dann auch folge. Wenig später an einem Bach (1945m ) zapfe nochmals ich Wasser. Der Pfad knickt hier scharf nach Links ab. Ich gehe weiter recht gemütlich auf dieser Piste. Der Ausblick ist herrlich, (hier ist gut der "normale" HRP zu sehen- der folgt der Kerbe in der Talflanke- und weiter ist der Cirque de Troumouse .... )  und eine Ziegenherde begleitet mich für ein Stück.
Ich verpasse meinen Abzweig und gehe dann durch Gestrüpp einfach rechts hoch, um wieder auf dem richtigen Pfad zu sein. Das ist dann kein Pfad, sondern eher ab und zu Pfadspuren durch Gestrüpp und später Wiesen. Dann kommt die Auberge de Maillet in Sicht, die unschön und trostlos an einem großem Parkplatz gebaut ist. Auf einem Kaffee und ein paar Chips geh ich hinein, und treffe einen englischen Wanderer, den ich in Gavarnie schon kurz getroffen hab. Er ist frisch geduscht und übernachtet heute hier. Ich will aber noch ein Stück laufen. Verlasse direkt den Asphalt, gehe über Wiesen, steiniges und dann überquere ich den Ruisseau de Maillet. Dort wieder ein Pfad, der mühevoll Ansteigt und mich zu der Straße die in den Cirque führt bringt. Die Windungen der Straße kürze ich mehrfach ab und finde dann auf 2033 m Höhe einen Pfad der den Asphalt verlässt.
20 Minuten später stehe ich vor der Cabane de la Vierge (2099m) und bin jetzt auch Froh "Angekommen" zu sein. 
Ich bin wie immer am Ende der Etappe müde und kaputt- und meine Li Schulter schmerzt unangenehm. Der Gossamer Gear Gorilla (altes Model) trägt sich mit den so 13kg  überraschend gut, meine Schulter zwackt aber trotzdem ziemlich. Ich Weiß nicht - liegt es am Rucksack- oder an meinen Knochen?
Die Hütte hab ich wieder für mich alleine, ich richte mich häuslich ein, hole Wasser am Bach, mach mich hübsch- und dreh eine kl. Abendrunde zur La Vierge de Troumouse. Der Cirque de Troumouse ist einfach toll- ein riesiger Felsenkreis ( Gipfel über 3000 m), und ich hab ihn jetzt ganz alleine für mich- jedenfalls sehe ich keinen Menschen- nur Schafe
Das Tal füllt sich langsam mit Nebel, die Sonne geht gleich unter. Ich fang an zu frösteln, verziehe mich in die Cabane, und wärme mich mit Nudeln in Sahnesoße und einem Tee mit viel Zucker
.

In TopoPirineos eingezeichnet. 
Auf der gesamten Tour wunderbare Ausblicke- der Cirque de Gavernie, der Cirque de Estaube. Die Variante zum klassischem Weg ab dem Ende des Estaube- liest sich vielleicht nicht so schön (Piste.... ), bietet aber ein wirklich schöneres Gehen, auch ein wenig Spannung (einfache Pfadsuche) und sehr schöne Aussichten - nicht nur in den Cirque de Troumouse.
Das ist die deutlich schönere Variante, als vom Lac de Gloriettes runter in das Tal und auf der Straße nach Heas zu gehen. Übernachtung auf dem Weg in der Auberge de Maillet, oder in einer der Cabanes im Cirque. Die Etappe hat keine echten Schwierigkeiten- sie führt meist über Pfade. Das GPS hab ab und zu bei der Variante genutzt- nötig ist es aber nicht.

Tourdauer:           ca. 10:05 Std 
höchste Höhe:              2422 m        
Bergauf:                      1740 m          
Bergab:                         980 m     
Länge:                         22,3 km
  



2. Etappe: 15.09.2015- Cabane de la Vierge- Cabane de Barrosa (- HRP Variante)

(beachte- die Refuge de Barroude  ist abgebrannt- entweder dort  im Zelt Übernachten, oder in der sehr einfachen Cabane dort- oder weiter zur guten Cabane de Barrosa... oder nach Parzan... )

Kartenausschnitt                                                                      oben

In der Nacht passiert nichts. Ich schlafe gut, nur der kräftige Wind lässt mich ab und zu aufwachen. Und so richtig bequem ist eine Matte die in den Rucksack passt auch nicht. Für eine so leichte Isomatte bittet die Neoair aber schon so etwas wie Schlafkomfort.
Licht schaut durch das kleine Fenster der Cabane, es ist 8 Uhr, ich raffe mich auf, und strecke meine die Gelenke- es knackt ein wenig. Schau mal vor die Tür, kein Regen, recht viele Wolken, mal schauen was der Tag so bringt.
 Etwas später sind die Zähne geputzt, der Rucksack gepackt. Um 9 gehe ich los. Das Laufen hier im Cirque de Troumouse ist ein Spaziergang, Pfade und Wiesen, alles bequem zu gehen. Am frühen morgen habe ich das alles für mich alleine. Ich gehe in Richtung der Cabane de Aires, den Bach (L' Escourrede) kurz vor dieser Cabane überquere ich nicht, sondern schwenke dann nach rechts. Es gibt hier teils schwache Pfadspuren, und ab und zu mal Steinmänner. Den Bach überquere ich auf so 2155m Höhe, hier dann nicht den Wegspuren folgen die nach Nordwest führen, sondern noch etwas in  Richtung des Tuc de L' Escourrede gehen- dann nach rechts schwenken- der Bach bleibt immer so 50 - 70m an meiner rechten Seite, ich gehe dabei in Richtung der weißen Felsen vor mir. Auf 2350m höhe- der Einstieg in die - na ja- "Felswand". Die ersten Meter sind ordentlich Steil, kleine Felsstufen, ab und zu brauch ich hier mal die Hände. Weiter geht es über bröckelnde Stufen steil aufwärts. Es gibt hier keinen Pfad nur ein Paar Steinmänner und die grobe Richtung zum Col de la Sede. Ich passe sehr auf, wer hier das Gleichgewicht verliert, hat keine Chance irgendwo halt zu finden. Trotzdem nehme ich mir die Zeit und und lass die Landschaft auf mich wirken, die Aussicht in den Cirque de Troumouse ist fantastisch- Pano - Höhe jetzt 2515m. Wenig später ist der Col de la Sede (2640m) dann erreicht.
Das Wetter hat sich in kurzer Zeit deutlich Verschlechtert, dunkle Wolken ziehen auf, und ein starker Wind auf dem Col. In meiner Wegrichtung ist der Himmel noch blau (Blick vom Col de la Sede Richtung Hourquette de Heas), das wird sich aber wahrscheinlich schnell ändern. Ich traue den Verhältnissen nicht, es ist mir vor allem zu windig- und gehe dann nicht meine geplante Route: dem Kamm entlang, vorbei am Pic de la Gela und weiter auf dem Kamm zur Hourquette de Heas. Das ist mir zu ungeschützt, bei den sich schnell ändernden Wetterverhältnissen. Sondern ich quere den Talschluss,  gehe dann stetig bergab, folge seltenen Steinmännern und so gut wie keinen Spuren. Am Ruisseau des Aguilous beginnen dann wieder Spuren, hier etwas steil..... dann treffe ich auf gute und einfache Pfade und ein paar Meter weiter auf den klassischen HRP. Der führt zu beginn auf klarem und eigentlich einfachem Pfad den Hang hoch -  dann auf schmalem Pfad (vor mir 2 Wanderer ) und die letztem Meter sind in den Fels geschlagen
2608 m - Hourquette de Heas ist erreicht! Von hier kann ich nochmal den Talschluss mit rechts dem Col de la Sede, links der Pic de la Gela- die eigentliche geplante Route sehen. Ein wenig enttäuscht bin ich, dort oben auf dem Kamm ist der Blick die Baroudewand entlang sicherlich grandios.
Es regnet zwar (noch) nicht- der Wind ist aber stark. Vorsichtig gehe ich über die kleine Felsplatte weiter, dann auf rutschigen Geröll bergab.
Ab ca. 2440 m höher beginnt ein einfacher Pfad, der nach rechts schwenkt (links führt ein Pfad ins Tal und den nächsten Ort). Wenige Meter weiter treffe ich auf die zwei Wanderer vom Aufstieg, müde sehen beide aus. Dies sind einzigen Menschen die ich Heute sehe. Die Hourquette de Chermentas (2439 m) habe ich um 14:35 erreicht. Im großem und ganzen geht es auf unproblematischen Wegen weiter, beeindruckend ist die steile Barroude Wand- und das Wetter.
Dicke, niedrige, dunkle Wolken. Ordentlich Wind, ein Paar Regentropfen fallen. Eigentlich genau das richtige Wetter um in der Refuge de Barroude zu übernachten- die ist aber leider im Winter abgebrannt
 - ob und wann sie wieder aufgebaut wird -steht noch nicht fest.

In TopoPirineos (teils)und in der Carte Nr. 4 Bigorre (teils) eingezeichnet. In beiden Karten ist die Strecke ab dem Col de la Sede bis zur Hourquette de Heas nicht eingezeichnet. 
Das ist die logische Weiterführung der HRP Variante von "gestern". Spannend und etwas fordernd, nicht für unerfahrene Wanderer. Teils unproblematisch, teils anspruchsvolles Wandern. Teils weglos und nicht markiert (außer ein paar Steinmännern). 
Höhepunkt wäre noch ab dem Col de la Sede oben auf dem Kamm Richtung Pic de La Gela und weiter zur Hourquette de Heas- das ging ich bei dem unsicherem Wetter für mich leider nicht. 
Bei schlechtem Wetter kann der Col de la Sede umgangen werden- entweder Abstieg nach Heas und weiter auf dem Standard HRP - oder eine Etage höher (siehe Tour 2009 - 5. Etappe). 
Je nach Anspruch und Wetter kann die Etappe also aus dem Cirque de Troumouse weitergeführt werden- so das der Standard HRP erreicht wird.

Die Refuge de Barroude ist abgebrannt,
wann sie wieder aufgebaut wird - steht in den Sternen. Es ist  link  ist eine kl. Not Cabane eingerichtet.

Tourdauer:         ca.  10:00 Std 
höchste Höhe:             2640 m        
Bergauf:                      105 m      
Bergab:                       490 m     
Länge:                        20,8 km




Ab hier die Tour 2017


1. Etappe: 20.09.2017- Wanderparkplatz bis zur Nothütte Barroude

Kartenausschnitt                                                oben

Um 18 Uhr kann ich endlich los (ca. 1400m Höhe). Die Sonne ist schon verschwunden, daher ist es schon etwas frisch, die Luft leicht feucht, der Oktober ist ja nicht weit entfernt. Ich schultere meinen Rucksack und gehe die Piste hier bergan. Das ist einfach zu laufen, eine Piste halt. Rechts fliest der Neste de la Gela, selten zu sehen aber zu hören, links im ansteigenden Gelände: Wald. Ein Bach quert den Pfad, ich fülle hier meine Flaschen.
Auf ca. 1688m ist der Bach auf einer Höhe wie der Pfad, eine kl. Brücke quert den Wasser, bildet ein schmales Tor und kurz darauf öffnet sich das Valle de la Gela(Foto von 2016). Ich bleibe auf der linken Talkseite, schaue mit kurz die Cabane de la Gela an (verschlossen). Dann wechsele ich zum Pfad auf der rechten Talseite, dieser führt zu den Lacs de Barroude (links der Pfad- Richtung Puerto Viejo de Bielsa). Das ganze ist einfaches Gehen, ohne jede Probleme. Vom Schnee ist hier nicht zu sehen, nur oben in der Barroude Wand sind Reste zu erkennen.
Niemand begegnet mir, außer einer Herde Kühe die über den Pfad weiter herabsteigen. Eine Kuh schaut definitiv sauer, ich mache einen großen Bogen um die Tiere. So langsam dämmert es, das Zelt aufstellen will ich nicht, ich fühle mich super und habe einfach Lust zu laufen.
Der Pfad wird für nun ein recht kurzes Stück steiniger und steiler, dabei wird es immer dunkler, ich ziehe die kl. Stirnlampe an. Vor mit nun die Barroude Wand (ich auf ca. 2315m höhe), nach links geht es zu den Barroude Seen und zur kleinen Not Cabane (Die Refuge de Barroude ist ja abgebrannt).
Um 21:10 komme ich dort an (2380m), es ist mittlerweile Nacht. In der kl. Hütte bereite ich meine Lager, setze mich dann noch etwas draußen hin, genieße die Ruhe und Einsamkeit, keine Zelt , keine Mensch ist hier. Der Himmel ist voller Sterne, viel deutlicher als in der Heimat. Der "große Wagen" steht zwischen Pic de Gerbats und dem Pic de Gela- einfach toll.
Es dauert nicht lange und mir wird es kalt, ich krieche in den Schlafsack.


In TopoPirineos und in der Carte Nr. 4 Bigorre eingezeichnet. Einfache Wanderung über Piste und einfache Pfade.
Die Refuge de Barroude ist abgebrannt,
wann sie wieder aufgebaut wird - steht in den Sternen. Es ist  (link) ist eine kl. Not Cabane eingerichtet, eine sehr einfache Hütte ohne Ausstattung, außer ein paar Steine zum Sitzen. Dazu gibt es reichlich Platz für Zelte. Wer doch weiter dem Standard HRP folgen will (siehe hier)- die nächste Unterkunft ist im Barrosa Tal- die unbewirtschaftete Cabane de Barrosa.

Tourdauer:         ca.  03:00 Std 
höchste Höhe:             2375 m        
Bergauf:                     1000 m          
Bergab:                         12 m     
Länge:                         8,3 km



2. Etappe:21.09.2017- Nothütte Barroude bis zum Ibon de Salcorz - HRP- Variante, schöner und spannender

Kartenausschnitt                                       oben

In der Nacht war es recht deutlich über dem Gefrierpunkt- meine Uhr zeigt 4 ° als kälteste Temperatur. Jetzt am Morgen ist das Wetter trocken mit einem kräftigem blauem Himmel.
Um 8: 40 verlasse ich die kleine Cabane. Wie immer, gehe ich ohne Frühstück los, folge Pfaden die mich zum Lac de Barroude bringen. Die Barroude Wand und der Pic de Gela spiegeln sich wunderbar im See.
Ein paar Meter weiter liegt der ganze See vor mir, unbeschreiblich. Ein Zelt steht am See, ich glaube das sind Angler.
Jetzt beginnt der einfache Aufstieg zum Port de Barroude, den ich gegen 10 Uhr erreiche (2330 m). Der "normale HRP führt nun in das Barrosa Tal und später oft über langweilige Pisten bis zur Refuge de Viados. Ich will eine deutlich schönere und spannendere Variante gehen. Also über Schutt nach Osten, zum Pico del Puerto (laut GPS 2647m) Pfadspuren sind im Schutt zu erkennen. Ich folge diesem Spuren weiter nach Norden, jetzt muss ich zum Pico del Puerto Viejo hoch(oder Pic de Port de Vieux)
Kurz vom Gipfel, auf 2705m, wechsele ich die Seite, links von mir nun eine Felswand, rechts geht es steil in Tal. Nach einigen Metern beginnt ein gut sichtbarer Pfad, der dann nach rechts-- bergab- abknickt. Steil geht es durch Wiesen bergab, von hier kann ich den weiteren Weg gut sehen. 
Auf ca. 2530 Höhe wird es gemütlicher, es geht dann Richtung der Crete. Die ist schnell erreicht (2480 m) über einfache und gute Wege laufe ich bis zum Puerto Viejo de Bielsa (2375 m- oder Port Vieux), es ist kurz vor Mittag- Zeit für das Frühstück. Von hier ist gut der steile Abstieg vom Pico del Puerto Viejo zu sehen.
Eine Stunde später verlasse ich wieder die durchgehenden Pfade, über grasbewachsenen Hänge wandere ich hoch zum Pic de L' Aiguilette, 2508 m. Weiter geht es durch diese Grashänge, ich folge nicht der Crete und nehme nicht die einzelnen Bergspitzen mit, gehe so unterhalb der Crete einfach auf ca. 2480m Höhe. Vor der Puerto de Bielsa muss ich doch kraxeln, das könnte vermieden werden wenn man früher etwas niedriger geht. Jetzt gibt es wieder Pfadspuren. 500 m weiter muss ich scharf nach links (Höhe 2452 m), grad aus geht es nicht weiter, und recht steil hoch. ab und zu brauche ich mal die Hände. Knapp 70 höher wieder ein Richtungswechsel- in den steilen Hang hinein. Einen klaren Pfad erkenne ich erst mal nicht, mit jedem Schritt weiter gibt es diesen aber, und ab und zu ein paar Steinmänner.
Dann ist die Crete de Bataillence (2565 m) erreicht, hier ein recht breiter Rücken. (+Blick zurück zum steilen "Quergang") Heri lässt sich recht gut laufen, ab und zu brauche ich mal die Hände.
 Wenig später stehe ich auf dem Pic de Bataillence (2602m), ein großer Buckel mit viel Schutt, ich mache hier eine kurze Pause und esse etwas Schoko. Vom Pic geht es dann bergab. Mal auf dem Rücken, mal in Spanien. Am Puerto de Salcorz (franz. Hechempy)- 2440m - beginne ich zu Grübeln, wie weit schaffe ich es noch, brauche ich Wasser für die Nacht, und woher das nehmen? Über den Col de Lia komme heute ich sicherlich nicht mehr. Ich gehe noch ein paar Meter und entscheide mich dann, hier direkt zum Ibon de Salcorz abzusteigen. Das sind wieder nur abschüssige Grashänge, und dann ein Pfad. Um 17 Uhr komme ich dort an, eine gemütliche Wiese umgib den kl. See (2250 m), das Wasser ist frisch und kalt-ich fülle meine Flaschen am Ausgang.
Ich fühle mich hier sauwohl. Die Sonne hat noch ein wenig kraft, warm ist es nichtgrade- aber auch nicht kalt. Erst mal bade ich meine Füße, ich habe wieder ziemliche Probleme- sie tuen einfach bei jedem Schritt Weh. Alle paar Jahre hab ich das, mit gleichem Schuh, gleichem Socken- und trotzdem mal Probleme und mal nicht (soviel). Langsam ist es Zeit das Lager auf zubauen, diesmal als Wetterschutz ein Six Mon Design Gatewood Cape - nur ein leichtes Tarp ohne innenzelt- und für meine Art der Touren vollkommen ausreichend. Das Aufbauen ist aber schon fummeliger und der Platz eingeschränkt, aber eben leichter und ausreichend.
Die Aussichten sind toll- nochmal kann ich vieles der heutigen Etappe verfolgen. Als das Zelt/ Tarp steht, koche ich das Essen und einen Tee, setze mich dann auf einen Stein und genieße den Abend und komme dabei ins Grübeln. Welche Route soll ich Morgen nehmen, zurück auf den Kamm oder woanders her? In der Nacht hab ich noch Zeit zum Pläne schmieden ...


In TopoPirineos 8 nun komplett eingezeichnet - von Barroude bis in das Rioumajou Tal, in den Carte de Randonnees Rando Edition nicht eingezeichnet. In meiner älteren Alpina Karte Ordesa 1:40:000 ist der Weg auf dem Kamm bis zum Port de Moudang eingezeichnet.
Orientierung 1- Blick vom (fast) Pico de Puerto Viejo/ Orientierung 2- Blick von Pic de Bataillence 

Die Standard Etappe von Barroude nach Parzan und weiter nach Viados ist ein wenig langweilig. Der Weg durch das Vall de Barrosa ist schön- aber dann..... ein paar Km an der A 138 entlang und dann auf einer recht öden Piste bis zum Paso de los Caballos (oder Collada de Urdiceto). Dann gibt es doch nochmal Bergpfade, die Freude bleibt nicht lang, und wieder folgt der Trekker Pisten bis er gelangweilt Viados erreicht.

Die Variante über die Crete de Bataillence/ Port de Moudang/ Col de Lia/ Vall de Rioumajou ist dann aber auch nicht so einfach- oft weglos und schlecht markiert, ab und zu steil und mit kl. Kraxeleien, und lange dem Wetter ausgesetzt auf dem Kamm. Wasser gibt es keins- erst im Rioumajou Tal wieder- entweder man schleppt genug mit oder steigt wie ich, vom Kamm ab. Die Etappe ist also nur bei gutem und stabilem Wetter zu gehen und sollte erfahrenen Berggängern vorbehalten sein.


Tourdauer:           ca. 08:30 Std 
höchste Höhe:             2708 m        
Bergauf:                       900 m          
Bergab:                        817 m     
Länge:                        11,5 km



3. Etappe: Ibon de Salcorz - bis zur Cabane-  etwas oberhalb der Embalse de Urdiceto -
HRP / GR 11

Kartenausschnitt                                                oben

Die Überschrift sagt es schon aus, es hat nicht ganz so geklappt wie ich es mir dachte.......

Am Morgen steht mein Plan, ich gehe nicht hoch auf die Crete, sondern bleibe hier auf der spanischen Seite. Schlage einen großen Bogen, um am Ende doch am Port de Moudang auf "meine" HRP Variante zu treffen. Ich bin einfach neugierig, und will so  noch ein Tal - das Trigoniero Tal- kennenlernen.
Um 9 Uhr bin ich wieder Unterwegs, verlasse den kl. Ibon de Salcorz. Der Himmel ist nun bewölkt, nichts blaues ist mehr zu sehen. Das Gehen ist angenehm, ab und zu sind folge ich hier Pfadspuren, ab und zu Folge ich nur er Richtung- Süd/ Osten. Es geht dann stetig bergauf, zuerst leicht, dann auch etwas steiler und anstrengender, meist durch Wiesen, ab und zu auch über Steine, bis zum Collado Salcorz- 2390 m. Am Collado wenden sich Pfadspuren nach links in einen mässig steilen Grashang. Die Pfadspuren vergehen und ich suche meinen eigenen Weg und schaue dabei ab und an auf das GPS und halte mich an den in der TopoPirineos eingezeichneten Pfad. Ich muss auf den nächsten Vorsprung, das ist ein wenig steiler. Und dann geht es erstmal nur bergab, die meiste Zeit ohne Spuren, und seltenen Steinmännern. Insgesamt aber ohne echte Probleme und Schwierigkeiten- jedenfalls mit GPS. Auf 2074m  erkenn ich unten im Tal die Refugi de Trigoniero. Es folgt ein steiler Abstieg durch Gräser, Buschwerk und Geröll und ab und zu zwischen Bäumen vorbei. Einen klaren Pfad gibt es hier auch nicht, ab und zu Pfadspuren, ab und zu mal einen Steinmann. Immer wieder muss ich meine Richtung suchen, und bin dann froh einen Steinmann zu entdecken- ah,  da geht es lang!
Dazu habe ich mittlerweile wieder Probleme mit den Füssen, grad bergab tut's weh. Ich rutsche daher oft auf dem Po hinunter, um meine Füße zu entlassen. Dafür hab ich dann Löcher in der Hose und einen nassen Hintern.
Kurz vor Mittag stehe ich dann an der Refugi de Trigoniero, von Außen erst mal eine schöne Hütte, auf den zweiten Blick eine Bruchbude. Kaputtes Dach, ein Haufen Gerümpel innendrin- Schutt.... zum Übernachten taugt sie nicht- ich müsste mir sogar Platz darin schaffen, den Schutt wegschieben, so das ich meine Matte überhaupt auf den Boden legen kann. Naja- ich will hier ja auch nicht übernachten, sondern nun weiter bis zum Port de Moudang (auch Puerto de Trigoniero).